Sonntag, 24. Oktober 2010

Inverness

Lang, lang ist es her, als ich das letzte Mal geschrieben habe. Da ich aber krank war und in letzter Zeit nicht wirklich dazu gekommen bin was zu schreiben, wird es jetzt wieder höchste Zeit was zu posten! Stehengeblieben waren wir beim 3. Tag der Schottlandreise, auf unserem Weg hoch nach Inverness...
 
Bevor wir uns auf "Nessies" Spuren begeben konnten, denn Loch Ness liegt bei Inverness, hatten wir noch einen Zwischenstopp in Stirling eingeplant. Dort hat uns Gordon schon mit seiner süßen Tochter Emily erwartet, um uns das Wallace Monument zu zeigen. Gordon ist ein schottischer Reiseführer, bei dem Melis Eltern schon einmal eine Schottland- Tour gemacht haben und er hat netterweise angeboten, uns ein wenig Stirling zu zeigen.
Wer von euch "Braveheart" geschaut hat, dem dürfte William Wallace ein Begriff sein. Wallace hat von 1270 bis 1305 gelebt und wird in Schottland als Held gefeiert, da er sich für die Freiheit Schottlands eingesetzt und gegen die Besetzung der Engländer gekämpft hat. Leider wurde er am Ende doch hingerichtet und sein Kopf wurde als Warnung an die London Bridge gehangen.
1869 wurde ihm zu Ehren das Wallace Monument gebaut. Ein 67Meter hoher Turm, mit 246 Stufen die wir auch alle "bezwungen" haben und eine Urkunde dafür erhalten haben ;)
Der obere Teil des Turms ist eine Plattform mit einem 360°Grad Panorama Blick über Stirling. Dort ist auch der Spruch von Maja entstanden "Ich bin Gandalf ". Denn nicht nur die Altstadt von Edinburgh erinnert an eine Harry Potter Kulisse, sobald man durch Schottland fährt, bekommt man schnell das Gefühl mitten in einem Herr der Ringe Film zu stecken.
Zufälligerweise waren wir an einem ganz besonderen Tag in Stirling, am 11.09. Am gleichen Tag in 1297 war die berühmte Schlacht von Stirling Bridge, bei der es Wallace und seinen Anhängern gelungen ist die Engländer zu besiegen. Aus diesem Grund gab es eine zwei Mann Vorstellung, die das Leben von Wallace nachgespielt haben, es wurde ganz schottisch auf dem Dudelsack gespielt und dazu getanzt. Das war sehr interessant zu beobachten!

Wallace Monument
Stirling

William Wallace
Gordon and Emily
Bezwingung des Turms
Familie Sanchez + Gandalf

Posen mit den Darstellern
Wie man sehen kann, habe ich einen besonders guten Fang an diesem Tag gemacht ;)
  

Während wir uns den ballettähnlichen schottischen Tanz angeschaut haben, ist Gordon eingefallen, dass in Pitlochry im Moment die Highlandgames sind. Er hat direkt einen Freund angerufen und uns gesagt, wenn wir jetzt gleich losfahren, könnten wir es vielleicht noch rechtzeitig schaffen uns dieses kleine Highlight anzuschauen.
Nächster Zwischenstopp also: Pitlochry

Was uns dann dort erwartet hat, damit habe ich nicht wirklich gerechnet. Die Highlandgames bestehen aus einem kreisförmigen Mittelpunkt und drum herum sind kleine Stände an denen man sich Essen, Souvenires und vieles mehr kaufen kann. In diesem Mittelpunkt finden alle möglichen Sportarten statt, z.B. Baummstammwerfen, Duddelsackwettbewerb, Tauziehen, Sprinten, Radfahren, usw. Besonders angetan waren wir von den Tazuziehern, da man ihnen richtig angesehen hat, wie sehr sie für den Sieg kämpfen.
Nachdem wir einmal drumherum gewandert sind, haben wir uns in die Sonne auf die Tribühne gesetzt und alles auf uns wirken lassen.

Die Tauzieher

Highlandgames


Baumstammwerfer

Hit the Haggis



Anschließend haben wir uns gegen 17Uhr, auf den Weg nach Inverness gemacht. Da wussten wir allerdings noch nicht, was auf uns zukommen sollte...

Erschöpft von den vielen Eindrücken an diesem Tag, sind wir endlich in Inverness angekommen. Nach einer kleinen Odysee durch die Stadt, haben wir unser Hostel doch noch gefunden und waren einfach nur froh uns was Leckeres zu Essen zu machen und uns in unser Bett zu kuscheln. Als wir dann aber gesehen haben, wo wir die nächsten Tage verbringen werden, ist die Freude schnell verflogen. Ich bin ja Hostel erprobt, aber das war selbst für mich viel zu eklig. Das Zimmer war dreckig, genauso wie die Küche,Toiletten und Dusche und bei unserer Matratzen hat man jede einzelene Sprungfeder gespührt und das Gefühl gehabt, man würde direkt auf dem Lattenrost schlafen. Wie gut, dass wir hier nur für 3Tage gebucht haben...
Als wir den ersten Schreck überwunden hatten, ging es dann erstmal in die überfüllte und klebrige Küche, um uns dort unser Abendessen, Reis mit Curryhühnchen, Erbsen und Möhren, zuzubereiten. Klingt ein wenig wild durcheinander geworfen, das war es auch :) Wir hatten uns schon allein an der Menge von Reis überschätzt und haben für uns 4, ein Kilo Reis gemacht! Die "Curry"Sauce hat nach nichts geschmeckt und die Erbsen und Möhren waren irgendwie fehl am Platz. Das Einzige was geschmeckt hatte, war das Hühnchen und so haben wir schnell angefangen, nur das Hühnchen aus der Sauce zu essen ;) Es war einfach so viel und so eklig, dass wir alle Möglichkeiten abgewogen haben, wie wir das Essen loswerden können, ohne es wegwerfen zu müssen. Nach langem hin und her überlegen, haben wir uns schweren Herzens doch dazu entschlossen alles wegzuschmeißen..




Bah!!! Widerwärtig!!!


Endlich schlafen haben wir uns gedacht, aber selbst das sollte uns nicht gegönnt werden. Als ob die Matratze nicht schon schlimm genug gewesen wäre, befand sich neben unserem Hostel eine Disco und so sind wir zu den sanften Bässen der Musik irgendwann doch eingeschlafen.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich nach Loch Ness. Wir haben daraufhin eine Bootstour gebucht und hatten somit auch die Chance die Ruine von Urquhart Castle zu besichtigen. Die Burg wurde 1230 gebaut und von ihr aus, hat man einen tollen Ausblick auf Loch Ness. Die Burg war damals wild umkämpft und am Ende wurde sie in die Luft gesprengt, weil der letzte Besitzer sich dachte:" Wenn ich sie nicht haben kann, dann soll auch kein anderer die Burg besitzen."  Was uns auch sehr überrascht hatte war, wie schwarz das Wasser im Loch Ness ist. Der Grund dafür ist, dass eine Algenart dort lebt die das Wasser schwarz färben. Wieder was gelernt ;)   
Und man mag es kaum glauben, aber wir haben Nessie wirklich gesehen!!! Daraufhin haben wir natürlich den Moment genutzt und uns mit ihr fotografieren lassen.

Loch Ness
Urquhart Castle

So bequem waren ungefähr unsere Betten im Hostel...





Wir haben Nessi gesehen :)

Das sollte aber noch nicht alles für den Tag gewesen sein...
Weiter ging es zum Culloden Battlefield. 1746 haben die Schotten mal wieder gegen die Besatzung der Engländer gekämpft. In der Unterzahl und im Gegensatz zu den Engländer nicht ausreichend genug ausgestattet, haben sie sich diesem hoffnunglosen Kampf gestellt.
Wer mal in der Nähe von Inverness ist, sollte unbedingt dorthin und sich das Museum anschauen. Dort gibt es einen Raum in den auf 4 Leinwänden die Schlacht dargestellt wurde. Man steht in diesem Raum und bekommt den Eindruck mitten im Kampf zu stehen, was sehr beeindruckend und auch traurig ist.

Der letzte Punkt auf unserer Liste war Clava Cairns. Dies waren früher Runde Grabsteinkammer. Als wir dort angekommen sind, war das Tor leider schon abgeschlossen. Da die Clava Cairns, allerdings mitten im Nirgendwo stehen, haben André und ich uns gedacht mal was Verbotenes zu machen und sind einfach über das Tor geklettert. Zuerst André und als ich ihm nacheifern wollte, fängt eine Tür an der Seite an zu wackeln und ja.. Das Tor war also die ganze Zeit offen und wir um sonst über einen Zaun geklettert.


Culloden Battlefield

Clava Cairns



Nachdem unser letztes Abendmahl uns nicht besonders geglückt ist, haben wir uns gedacht, uns doch mal etwas Gutes zu gönnen. Also auf nach Inverness City in ein Restaurant. Nachdem wir ein schön, uriges gefunden hatten, haben wir uns begeistert auf die Speisekarte gestürzt.
Als Vorspeise hatten wir uns die schottische Nationalspeise schlecht hin ausgesucht, "Haggis". Diese Spezialität besteht aus dem Herz, Leber und Lunge eines Schafes und diese werden püriert in den Magen eines Schafes gefüllt. Es schmeckt eigentlich gar nicht so eklig wie es klingt, aber wir haben uns schnell darauf geeinigt, dass wir das nicht so schnell nochmal essen möchten.
Leider habe ich hiervon kein Foto gemacht, weil wir uns wie die Geier drauf gestürzt haben :)

Weiter ging es mit dem Hauptgericht, 2x Cheeseburger und 2xFish and Chips. Überglücklich nach diesem langen Tag endlich leckeres Essen, Cola und ein kühles Bier in der Hand zu haben, hörten wir ein nerviges monotones Sirenengeräusch. Feueralarm. Wir mussten tatsächlich, nachdem wir gerade einmal 2 Bissen von unserem leckeren Essen hatten, raus in die Kälter und warten bis die Feuerwehr kam.
Genervt davon, dass unsere Pecksträhne nicht enden wollte, durften wir nach einer gefühlten Ewigkeit wieder rein und haben unser Essen nocheinmal bekommen.
Als krönendne Abschluss haben André und ich beschlossen uns Whiskey zu bestellen. Daher haben wir den Kellner gefragt, welche er uns empfehlen könnte, da wir uns mit Whiskeys nicht auskennen. Seine Empfehlungen waren Glennfiddich and Laphroaig. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so was extrem rauchiges und starkes getrunken!!! Trotzdem muss man einfach einen Whiskey in Schottland getrunken haben und mit der Unterstützung von Meli und Maja, war es auch kein Problem sie zu trinken.




Positiv geschafft sind wir von diesem langen Tag, dieses Mal ohne Bassmusik, wie Steine ins Bett gefallen...

Der nächste Eintrag wird, versprochen, nicht so lange auf sich warten lassen :)








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