Nach unserer ersten längeren Fahrt sind wir endlich in Edinburgh angekommen und auch beim Fahren gab es keine Probleme mehr. Verwirrung kam zwar immer mal wieder auf, aber ansonsten lief alles reibungslos. Was natürlich an unserem kleinen Schutzengel lag, der vor jeder Fahrt kurz gedrückt wurde :)
Als wir endlich im Hostel angekommen sind, hätten wir uns am liebsten eine Runde hingelegt, aber da uns ja ein Tag leider verloren gegangen ist, hatten wir dementsprechend viel geplant und so ging es direkt weiter zu einer kostenlosen Stadtführung.
Die anfänglich grauen Wolken sind nach kurzer Zeit aufgerissen und so haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein von unserem Guide Izzy, Edinburgh zeigen lassen. In 3 1/2 Stunden haben wir von der teils düsteren Vergangenheit erfahren, wie z.B. von Hexenverbrennungen und das Diebe mit ihren Ohrläppchen an eine Holztür mitten auf dem Marktplatz dran genagelt wurden. Die Menschen durften die Diebe dann mit Müll und anderen Dingen bewerfen. Davon ist allerdings heutzutage nichts mehr zu spüren und Edinburgh hat sich mit seinen alten Gebäuden und kunterbuntem Treiben zu einer meiner Lieblingsstädte entwickelt. Auch das Edinburgh Castle ist sehr beeindruckend, da es mitten auf dem Berg an einer Felswand gebaut wurde.
| Edinburgh Castle |
Edinburgh hat aber natürlich auch schöne und witzige Seiten in der Vergangenheit erlebt. Zum einen ein Steinherz, das mitten auf der Einkaufsstraße auf dem Boden zu finden ist. Im ersten Moment denkt man, ach wie schön, aber wenn man weiß für was es eigentlich gedacht ist, findet man es eher eklig. Ein Brauch besagt, dass man auf das Herz spucken soll, da dies Glück bringt. Demnach läuft da niemand drüber, sondern macht eher einen riesigen Bogen drumherum ;)
| Das "Spuck-Herz" |
Für die Harry Potter Fans unter euch, wir sind auch am "The Elephant House" vorbeigelaufen. Dort hat Joanne K. Rowling an ihrem ersten Teil des Buches geschrieben. Wenn man Edinburgh betrachtet kann man es auch gut verstehen, woher die Inspiration kam, denn die Stadt könnte eine gute Filmkulisse für Harry Potter Filmen liefern.
Sehr herzzerreißend ist auch die Geschichte von Bobby. Bobby war ein kleiner Mischlings-Terrier, der um 1860 die Straßen von Edinburgh als Polizeihund sicherer gemacht hat. Als sein Herrchen starb, hat er ganze 10 Jahre an dessen Grab verweilt. Die Menschen waren so gerührt von dieser Loyalität, dass sie ihm Futter und Trinken brachten. Als Bobby starb, durfte er allerdings nicht neben seinem Herrchen beerdigt werden, da er ja ein Hund ist und es nicht erlaubt ist Tiere auf einem normalen Friedhof zu beerdigen. Allerdings steht heute auf dem Greyfriars Friedhof ein Grabstein, als Andenken an Bobby. Darauf steht " Let His Loyalty And Devotion Be A Lesson To Us All". In England ist er daher als Greyfriars Bobby bekannt und wird besonders von Kindern geliebt.
| Greyfriars Bobby |
| Schnecki :) |
| Three Wise Monkeys |
Für den Abend haben wir uns auch was ganz besonderes ausgedacht. Wir wollten ein Tour durch eine ehemals richtige Straße machen, die allerdings überbaut wurde, jedoch noch vollständig erhalten ist. Wahrscheinlich könnt ihr euch da gerade nicht wirklich was drunter vorstellen. Edinburgh bestand früher aus vielen kleinen Gassen, den sogenannten "Closes". Diese Gassen waren umgeben von teilweise 5 stöckigen Gebäuden, sodass es selbst tagsüber recht finster gewesen ist, wenn man dort durchgelaufen ist. Irgendwann wurden die höheren Stockwerke der Häuser abgerissen und einfach neue Gebäude drüber gebaut. Viele von diesen Closes sind heute noch erhalten und den Mary Kings Close kann man besichtigen. So sind wir also durch ehemalige Häuser gelaufen, in denen richtige Menschen gelebt haben und durch die ehemalige Gasse in der vor ca. 200Jahren die Pest gewütet hat. Man konnte sich ungefähr vorstellen, wie es damals gewesen sein muss, dort entlang zu laufen und es war ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass überhalb der Decke ein völlig neues Gebäude steht und normale Häuse einfach überbaut wurden.
An diesem Abend haben wir 4 auch einen besonderen Bund geschlossen. Als wir uns für die Mary Kings Close Tour einschreiben sollten, hat André uns kurzer Hand als Family Sanchez eingetragen. Von diesem Tag an waren wir also eine Familie und sind nur noch als die Sanchez Family rumgereist ;) Während wir darauf gewartet haben, dass die Tour endlich startet, haben wir auch eine kleine Überraschung erlebt. Zufälligerweise haben wir Steffi getroffen, die mit uns studiert und gerade einen Sprachkurs in Edinburgh macht. Da sieht man einfach mal wieder wie klein die Welt ist.
Anschließend sind wir zu 5 noch in einen Pub gezogen und durften zum ersten Mal britische/ schottische Frauen beim Feiern beobachten. Während in Deutschland die meisten Frauen darauf achten sich möglichst vorteilhaft zu kleiden, ist es den Damen hier relativ egal, wie kurz das Röckchen ist, wie weit der Ausschnitt ist und wie viel man sieht. Das gilt für extrem dünne als auch für wirklich kräftige "Mäuschen". Es ist einfach unfassbar.
Erschöpft vom Tag sind wir in unsere Betten gefallen und am nächsten Morgen hieß es dann "Auf nach Inverness.."
Wenn ihr noch nicht genau wisst wohin euer nächster Urlaub gehen soll, kann ich euch Edinburgh nur empfehlen. Schottland generell und ihr werdet in meinen nächsten Posts auch merken wie begeistert ich von diesem Land bin! Es ist einfach ein Traum und man muss mal dort gewesen sein!!!