Dienstag, 21. September 2010

Edinburgh


 Nach unserer ersten längeren Fahrt sind wir endlich in Edinburgh angekommen und auch beim Fahren gab es keine Probleme mehr. Verwirrung kam zwar immer mal wieder auf, aber ansonsten lief alles reibungslos. Was natürlich an unserem kleinen Schutzengel lag, der vor jeder Fahrt kurz gedrückt wurde :)

Als wir endlich im Hostel angekommen sind, hätten wir uns am liebsten eine Runde hingelegt, aber da uns ja ein Tag leider verloren gegangen ist, hatten wir dementsprechend viel geplant und so ging es direkt weiter zu einer kostenlosen Stadtführung.


Die anfänglich grauen Wolken sind nach kurzer Zeit aufgerissen und so haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein von unserem Guide Izzy, Edinburgh zeigen lassen. In 3 1/2 Stunden haben wir von der teils düsteren Vergangenheit erfahren, wie z.B. von Hexenverbrennungen und das Diebe mit ihren Ohrläppchen an eine Holztür mitten auf dem Marktplatz dran genagelt wurden. Die Menschen durften die Diebe dann mit Müll und anderen Dingen bewerfen. Davon ist allerdings heutzutage nichts mehr zu spüren und Edinburgh hat sich mit seinen alten Gebäuden und kunterbuntem Treiben zu einer meiner Lieblingsstädte entwickelt. Auch das Edinburgh Castle ist sehr beeindruckend, da es mitten auf dem Berg an einer Felswand gebaut wurde.

Edinburgh Castle

Edinburgh hat aber natürlich auch schöne und witzige Seiten in der Vergangenheit erlebt. Zum einen ein Steinherz, das mitten auf der Einkaufsstraße auf dem Boden zu finden ist. Im ersten Moment denkt man, ach wie schön, aber wenn man weiß für was es eigentlich gedacht ist, findet man es eher eklig. Ein Brauch besagt, dass man auf das Herz spucken soll, da dies Glück bringt. Demnach läuft da niemand drüber, sondern macht eher einen riesigen Bogen drumherum ;)

Das "Spuck-Herz"
 
Für die Harry Potter Fans unter euch, wir sind auch am "The Elephant House" vorbeigelaufen. Dort hat Joanne K. Rowling an ihrem ersten Teil des Buches geschrieben. Wenn man Edinburgh betrachtet kann man es auch gut verstehen, woher die Inspiration kam, denn die Stadt könnte eine gute Filmkulisse für Harry Potter Filmen liefern.



Sehr herzzerreißend ist auch die Geschichte von Bobby. Bobby war ein kleiner Mischlings-Terrier, der um 1860 die Straßen von Edinburgh als Polizeihund sicherer gemacht hat. Als sein Herrchen starb, hat er ganze 10 Jahre an dessen Grab verweilt. Die Menschen waren so gerührt von dieser Loyalität, dass sie ihm Futter und Trinken brachten. Als Bobby starb, durfte er allerdings nicht neben seinem Herrchen beerdigt werden, da er ja ein Hund ist und es nicht erlaubt ist Tiere auf einem normalen Friedhof zu beerdigen. Allerdings steht heute auf dem Greyfriars Friedhof ein Grabstein, als Andenken an Bobby. Darauf steht " Let His Loyalty And Devotion Be A Lesson To Us All". In England ist er daher als Greyfriars Bobby bekannt und wird besonders von Kindern geliebt.

Greyfriars Bobby
Schnecki :)

Three Wise Monkeys

Für den Abend haben wir uns auch was ganz besonderes ausgedacht. Wir wollten ein Tour durch eine ehemals richtige Straße machen, die allerdings überbaut wurde, jedoch noch vollständig erhalten ist. Wahrscheinlich könnt ihr euch da gerade nicht wirklich was drunter vorstellen. Edinburgh bestand früher aus vielen kleinen Gassen, den sogenannten "Closes". Diese Gassen waren umgeben von teilweise 5 stöckigen Gebäuden, sodass es selbst tagsüber recht finster gewesen ist, wenn man dort durchgelaufen ist. Irgendwann wurden die höheren Stockwerke der Häuser abgerissen und einfach neue Gebäude drüber gebaut. Viele von diesen Closes sind heute noch erhalten und den Mary Kings Close kann man besichtigen. So sind wir also durch ehemalige Häuser gelaufen, in denen richtige Menschen gelebt haben und durch die ehemalige Gasse in der vor ca. 200Jahren die Pest gewütet hat. Man konnte sich ungefähr vorstellen, wie es damals gewesen sein muss, dort entlang zu laufen und es war ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass überhalb der Decke ein völlig neues Gebäude steht und normale Häuse einfach überbaut wurden.

An diesem Abend haben wir 4 auch einen besonderen Bund geschlossen. Als wir uns für die Mary Kings Close Tour einschreiben sollten, hat André uns kurzer Hand als Family Sanchez eingetragen. Von diesem Tag an waren wir also eine Familie und sind nur noch als die Sanchez Family rumgereist ;) Während wir darauf gewartet haben, dass die Tour endlich startet, haben wir auch eine kleine Überraschung erlebt. Zufälligerweise haben wir Steffi getroffen, die mit uns studiert und gerade einen Sprachkurs in Edinburgh macht. Da sieht man einfach mal wieder wie klein die Welt ist.

 
Anschließend sind wir zu 5 noch in einen Pub gezogen und durften zum ersten Mal britische/ schottische Frauen beim Feiern beobachten. Während in Deutschland die meisten Frauen darauf achten sich möglichst vorteilhaft zu kleiden, ist es den Damen hier relativ egal, wie kurz das Röckchen ist, wie weit der Ausschnitt ist und wie viel man sieht. Das gilt für extrem dünne als auch für wirklich kräftige "Mäuschen". Es ist einfach unfassbar.

Erschöpft vom Tag sind wir in unsere Betten gefallen und am nächsten Morgen hieß es dann "Auf nach Inverness.."


Wenn ihr noch nicht genau wisst wohin euer nächster Urlaub gehen soll, kann ich euch Edinburgh nur empfehlen. Schottland generell und ihr werdet in meinen nächsten Posts auch merken wie begeistert ich von diesem Land bin! Es ist einfach ein Traum und man muss mal dort gewesen sein!!!

Montag, 20. September 2010

Lasst die Reise beginnen...

Soo.. jetzt hab ich endlich alle Fotos und nun kann ich auch richtig starten :)

Am 09.09. war es endlich so weit und Meli und ich sind um 7Uhr von Frankfurt aus, Richtung Newcastle gestartet. In Düsseldorf haben wir dann noch einen Zwischenstopp gemacht und von dort aus ist Maja zugestiegen. Um 10.30Uhr sind wir dann endlich in Newcastle gelandet und nachdem André noch dazugestoßen ist, war unsere Gruppe endlich komplett. Wir waren schon total aufgeregt was uns wohl alles in unserer neuen Heimat und auf unserer Schottland - Tour erwarten wird. Wie werden wohl unsere Wohnungen und unsere Mitbewohner sein? Werden wir uns in Newcastle heimisch fühlen? Diese und mehr Fragen sind uns durch die Köpfe geschwirrt.. Aber vorher hieß es erst noch 8 Tage Schottland.

Vom Flughafen aus ging es vorher aber noch zum Flo, bei dem wir netterweise unsere Koffer lassen durften, damit wir die nicht mit auf unsere Reise schleppen mussten. Nachdem er uns noch zu Sixt gefahren hat, wo wir dann unseren  Mietwagen abgeholt haben, ging es um 15Uhr ab nach Edinburgh...  
  
Mein kleiner Glücksengel :)


Tja.. so sollte es eigentlich laufen.. aber es kam natürlich alles wieder anders als geplant.

Den ersten Schock hab ich eigentlich schon direkt in Frankfurt bekommen, nachdem ich meinen Koffer eingecheckt habe und einfach 6,5 Kilo Übergewicht hatte. 1 1/2 Kilo hat mir die nette Frau zwar geschenkt, aber die restlichen 5 Kilo haben mal so eben 50€ gekostet. Ich habe aber wirklich nur das Nötigste eingepackt, wie es bei Frauen eben so ist :)

Mein Koffer ;)

In Düsseldorf konnten Meli und ich dann endlich ein wenig dösen, nachdem wir so früh aufstehen mussten. Bis Meli von Maja angerufen wurde. Sie sagte ihr, dass sie im Stau stehe und nicht genau wüsste wie weit sie vom Flughafen entfernt ist. Zu dem Zeitpunkt hatten wir allerdings noch eine halbe Stunde Zeit, bevor wir zum Boarden aufgerufen wurden. Als Meli und ich schon im Bus saßen der uns zu unserem Flugzeug fahren sollte, kam in letzter Minute Maja reingesprungen und wir konnten doch gemeinsam weiterfliegen.
Dann haben wir allerdings noch eine SMS von André bekommen, der von Amsterdam aus geflogen ist, dass er 1 1/2 Stunden Verspätung hat, weil es bei seinem Flieger technische Probleme gab. Alles halb so wild, haben wir uns dann gedacht, dann geht unsere Reise eben 1 1/2 Stunden später los.

"Ich steh im Stau..."


10:30Uhr. Endlich englischen Boden unter den Füßen. Von der Vorfreude gepackt sind wir zum Gepäckband gestürmt, um so schnell wie möglich nach Newcastle fahren zu können. Es gab nur ein Problem. Nachdem Maja und ich unsere Koffer vom Band gehoben haben, warteten wir vergeblichst darauf, dass Meli ihren entgegen nehmen konnte. Er kam aber nicht...
Verwöhnt vom Frankfurter Flughafen haben wir den Schalter gesucht, für vermisste Gepäckstücke. Der Schalter bestand allerdings aus einem Klapptisch mit 2 Frauen, versteckt hinter den Gepäckbändern, die man absolut nicht verstanden hat. "Which colo?" "Hä??" "Which COLO?!" Das war unsere erste Konfrontation mit dem britschen Akzent und es sollte auch nicht die letzte bleiben. Nachdem Meli dann gesagt hat, dass die "colour"  ihres Koffers schwarz sei, wurde uns gesagt, dass wir gegen 17Uhr nochmal am Flughafen anrufen sollen.
Leicht deprimiert sind wir dann zum Flo gefahren und wurden netterweise von einem Frankfurter Geschäftsmann im Taxi mitgenommen, was er auch vollständig bezahlt hat.

Beim Flo endlich angekommen, haben wir dann darauf gewartet bis André eingetroffen ist, um unseren Mietwagen abzuholen. Auch hier konnten wir es einfach nicht fassen, dass wir trotz unserem internationalen Studiengang, die Menschen einfach nicht verstehen konnten und uns definitiv Begriffe fehlen. So kam bei der Autovermietung auch folgender Satz zustande "What's your surename?" "Ähm... Mascha" "Ok, and your Firstname?" "Stöbe... no wait a minute..."
Selbst hier lief nicht alles wie geplant. Denn eigentlich wollten Meli und ich Fahrer sein, da Maja aber das Auto gemietet hat, war sie automatisch erste Fahrerin, obwohl sie am wenigsten wollte. Am Ende waren Maja und ich die zwei Glücklichen. 

Nachdem das mit den Namen und der Frage wer fährt auch endlich geklärt war, standen wir vor der zunächst größten Herausforderung. Fahren auf der linken Seite.  
Es ist schon merkwürdig, wenn man schalten will, automatisch nach rechts greift und man einfach hart gegen die Autotür schlägt. Trotzdem haben wir es verhältnismäßig gut hinbekommen und haben nicht vorab schon einen Unfall gebaut.

Mittlerweile war es 15Uhr. Da wir noch auf Melis Koffer warten mussten, haben wir beschlossen uns von Flo ein wenig Newcastle zeigen zu lassen. Schwupps... da war schon das nächste Problem. Wo sollten wir das Auto abstellen? Denn in England gibt es eigentlich kein freies Parken und überall sind mit zwei gelben Linien vermerkt, dass hier Parkverbot ist. Flo hat uns dann aber versichert, dass wir vor seiner Tür parken können, weil hier nie Politessen rumlaufen würden und er ist ja immerhin schon seit Ende August in Newcastle und selbst mit dem Auto unterwegs.
Wir also das Auto vor der Tür geparkt und ab in die Stadt getigert. Dort haben wir dann kleine Erledigungen gemacht, wie z.B. Handykarten gekauft, noch Geld abgehoben (wobei ich hier schnell erwähnen muss, dass Melis Simkarte am Anfang nicht funktioniert hat und sie auch kein Geld abheben konnte, weil die Überweisung noch nicht vollständig getätigt wurde. Sie hat es also an dem Tag am härstesten getroffen).
Im "Gate" haben wir uns dann mit Burgern und Pizza gestärkt und sind dann zurück um uns langsam auf den Weg zum Flughafen zu machen. Kaum angekommen.. was für eine Überraschung nach dem Tag... hatten wir ein Knöllchen an der Fensterscheibe. Zu Flos Verteidigung ist allerdings zu sagen, dass ich später noch von einem Nachbarn von ihm angesprochen wurde, der meinte, dass es total merkwürdig sei, dass wir ein Ticket bekommen haben, da hier NIIIIIIIE jemand kontrollieren würde -.-
Der nächste Schock war dann, dass ein Ticket hier nicht wie in Deutschland 20€ kostet, sondern einfach mal 70 Pfund kostet, das sind ungefähr 87€!!! Wenn wir das allerdings innerhalb von 14 Tage bezahlen, kostet es uns nur die Hälfte. Demnach werden wir das jetzt auch in den nächsten Tagen tun ;)

Flos Street :)


Noch sind wir ein wenig skeptisch



Nach diesem Schock und als Meli ihren Koffer endlich wieder hatte, war es allerdings schon 19Uhr und da haben wir uns dafür entschieden nicht mehr 3Stunden nach Edinburgh zu fahren und unsere erste Nacht beim Flo zu verbringen. Es war auch ein sehr schöner Abend. Wir haben direkt das "Newcastle Brown Ale" Bier getrunken und waren schon nach einer Dose ziemlich angedüdelt. Später ist Flo dann noch mit uns zur Millennium Bridge gegangen, dem Wahrzeichen von Newcastle. Bei Nacht ist sie einfach wunderschön, weil sie die Farben wechselt. Abschließend sind wir noch in eine Bar direkt an der Tyne gegangen und haben so den Abend ausklingen lassen.

Millennium Bridge



Am nächsten Morgen hieß es dann endlich "Auf nach Edinburgh". Mit einem zusätzlichen Mitglied, dem "Bärentöter", konnten wir dann mit beruhigten Gewissens, voller Vorfreude und guten Glaubens, dass jetzt alles besser wird, unsere Reise beginnen...

Bärentöter :)

PS: Beim nächsten Mal bekomm ich das auch besser mit den Bildern hin ;)

Samstag, 18. September 2010

Kurzes Update

Hallo ihr Lieben...
ich habe mich jetzt doch dafür entschieden einen Blog zu schreiben, weil wir allein in den ersten 8 Tagen während der Schottland-Tour schon so unglaublich viel erlebt haben. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten :)

Seit gestern bin ich in Newcastle und mir gefällt es jetzt schon ziemlich gut. In meinem Flat und meinem Zimmer lässt es sich die nächsten 3 1/2 Monate auf jeden Fall aushalten und meine 6 Flatmates sind auch sehr nett.
Meli, Maja, Gesine und Claudi sind nur ein Stockwerk über mir, also auch ganz in der Nähe. Und selbst wenn jemand weiter weg wohnt, mit den super günstigen Taxis hier gelangt man überall hin.

Das war's auch eigentlich schon für's Erste.. Sobald das Gröbste hier geregelt ist und ich die restlichen Bilder von Schottland habe, werde ich anfangen richtig zu berichten.
Mir geht's auf jeden Fall sehr gut und ich fühle mich hier auch wohl!

Bis die Tage
Eure Mascha :)